„Flip the Classroom“ dreht das Klassenzimmer um

 

Birstein-Hettersroth (re). Die Hettersröther Haidefeldschule veranstaltete
zusammen mit der Haupt- und Realschule in ihren Räumen den ersten
gemeinsamen pädagogischen Tag zu Themenschwerpunkten, die im
Schulalltag eine große Herausforderung darstellen: Inklusion und Digitalisierung. Moderiert wurde er von Felix Fähnrich und Carsten Thein, Pioniere im Erstellen und Einsetzen von Erklärvideos im Unterricht. Ein gewinnbringendes Medium im Zeitalter der digitalen Schule.
Schulleiterin der Haupt- und Realschule Birstein, Andrea Lange,
lobte die gute Stimmung während des pädagogischen Tages: „Die enge Kooperation der beiden Schulen trägt pädagogische Früchte. Im letzten Jahr konnten durch die optimale Nutzung vorhandener Ressourcen einige Schülerinnen und Schüler ihren Hauptschulabschluss erwerben und anschließend eine Ausbildung beginnen. Unser Leitspruch ‚Kein Abschluss ohne Anschluss‘ wurde voll erfüllt.“
Zu Beginn des Tages stand deshalb die Zusammenarbeit beider
Schulen im Vordergrund. Ein Kooperationsteam wurde gebildet. Das Team wird die bereits vorhandene Kooperation ausbauen und weiterentwickeln. Viele Kollegen kennen sich vor allem durch die Arbeit in den BuS-Klassen oder durch Beratungstätigkeiten in Rahmen der inklusiven Beschulung an der Hauptund Realschule.
Die Basis für Erklärvideos bietet die App „Explain Everything“. Die Erklärvideos werden damit erstellt und mit verschiedenen Materialien wie Fotos, Videos oder Audioaufnahmen unterfüttert. Animationen und Selbstgezeichnetes können in die Video-Tutorials eingebaut werden. Zum Einsatz kommen diese Videos dann über die weitreichenden Exportmöglichkeiten in andere Formate.
Die Referenten Fähnrich und Thein – beide Lehrer – zeigten zunächst Videomaterial aus ihrem eigenen Fundus. Ihre Schüler nutzen mittlerweile selbst seit einiger Zeit die Möglichkeit, mit Erklärvideos zu arbeiten.
Nach der Mittagspause durften die Kollegen der Birsteiner Schulen sich selbst im Erstellen der Erklärvideos ausprobieren.
„Interessant ist für beide Schulen die Methode ‚flip the classroom‘.
Hierbei wird das Klassenzimmer gedreht beziehungsweise das, was darin stattfindet. Im traditionellen Unterricht findet der Input in der Schule und die Übungen zu Hause statt. Bei dieser neuen digital gestützten Methode bekommen die Schüler den Input in Form eines Erklärvideos, um sich zu Hause auf den Unterricht vorzubereiten. Die Übungen finden dann im Kreis der Klasse statt, was ein intensiveres Lernen und den Austausch zwischen den Schülern stärken soll. Spezielle Erklärvideos sind gerade im Bereich der Inklusion ein wichtiger Bestandteil der individuellen Lernbegleitung“, resümiert die Schulleiterin der Haidefeldschule, Michaela Bernges, die Ergebnisse des pädagogischen Tages.

Quelle: GNZ

Seit 50 Jahren kompetent und engagiert

Hettersröther Haidefeldschule feiert ihr Jubiläum mit einer Feierstunde.
Die Hettersröther Haidefeldschule, eine Schule für Lernhilfe, hat gestern ihr 50-jähriges Bestehen mit einer Feierstunde und einem Weihnachtsmarkt auf dem Schulhof begangen. Die Geschichte der Schule ist eine pädagogische Erfolgsgeschichte, die im Jahr 2005 beinahe geendet hätte. Doch der Main-Kinzig-Kreis als Schulträger entschied sich für einen Neubau und damit für den langfriostigen Erhalt des Schulstandorts.
Schulleiterin Michaela Bernges begrüßte die Gäste zur Jubiläumsfeier, darunter die Bürgermeister Wolfgang Gottlieb und Wolfram Zimmer aus Birstein und Brachttal, Dr. Johannes Frese von Staatlichen Schulamt Hanau, Matthias Eckardt, Leiter der Schulentwicklungsplanung des Main-Kinzig-Kreis (Amt 65), Schulelternbeirätin Manuela Mandel, Christel Hoppe, Vorsitzende des Fördervereins, sowie zahlreiche Schulleiter aus Nachbar- und Beratungsschulen.

Bernges umriss kurz die Historie der Schule, die am 1. September 1968 als dreiklassige Kreissonderschule ihren Betrieb aufnahm. Dazu führten die Schulsprecher Samantha Neunobel und Florian Herget weiter aus. Die Schule wurde von Beginn von Rektor Werner Flügel geleitet, der im Jahr 2003 überraschend starb. Der Schlüchterner Förderschulrektor Eckehard Wolter übernahm die Leitung kommissarisch, bevor im Jahr 2004 Horst Matheja Schulleiter wurde. Er hatte bald ein Problem, denn der Schulstandort Hettersroth wurde infrage gestellt. Das Ringen um die Schule wurde zu einem regelrechten Krimi mit viel Hoffen und Bangen. Doch es gab ein Happy End, denn Matheja schaffte es den Schuldezernenten Günter Frenz und dessen Amtsleiter dazu zu bewegen, nicht nur am Standort festzuhalten, sondern diesen durch einen Neubau und eine grundhafte Sanierung der bestehenden Gebäude erheblich aufzuwerten.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 23. November.